Bienensterben? So kannst du helfen…

Bienensterben? So kannst du helfen…

Warum sind Bienen für uns Menschen wichtig?

Im Ökosystem der Erde spielen Bienen als Pflanzenbestäuber eine unverzichtbare Rolle. Etwa 80 % aller einheimischen Blüten werden von der Honigbiene bestäubt, der Rest geht auf das Konto von Wildbienen, Hummeln, Wespen und Schmetterlingen. Zwischen Bienen, Pflanzen und Menschen besteht seit Urzeiten eine perfekt aufeinander abgestimmte Zweckbeziehung, in der alle Partner voneinander profitieren.

Das koevolutionäre Zusammenleben brachte aber auch Abhängigkeiten mit sich: Die Bienen sorgen durch ihre Bestäubungsarbeit für die Fortpflanzung und Vermehrung zahlreicher Blüten- und Nutzpflanzen. Bienen wiederum brauchen den Pflanzennektar als Nahrung zum Überleben. Nutzpflanzen und Bienenprodukte, insbesondere Honig, sind Nahrung für Menschen. Fazit: sterben die Bienen aus, fehlt die Bestäubung, es verschwinden zahlreiche Pflanzen und dem Menschen fehlen wichtige Energiequellen. Die Lebensgemeinschaften Bienen, Pflanzen und Menschen sind seit einigen Jahren bedroht. Experten beobachten einen dramatischen Rückgang der Insektenpopulation in Deutschland. Besonders davon betroffen: die Wildbienen. Eine aktuelle Studie belegt jetzt, das der Rückgang der Wildbienenbestände sich nicht nur auf Deutschland beschränkt, sondern ein weltweites Phänomen ist.

Inhaltsverzeichnis

Warum sterben die Bienen?

Bei uns in Deutschland gibt es mehr als 550 verschiedene Wildbienenarten. Mehr als die Hälfte davon stehen auf der Roten Liste gefährdeter Arten und sind in ihrem Bestand gefährdet. Etwa 30 Arten davon sind sogar akut vom Aussterben bedroht. Wildbienen sind stark abhängig vom Nahrungs- und Nistplatzangebot in ihrem jeweiligen Lebensraum und haben nur eine sehr geringe Fortpflanzungsrate. Sie benötigen große Mengen an Pollen, um sich erfolgreich zu vermehren und stellen hohe Ansprüche an ihre Nistplätze. Sie nisten z. B. gerne im Erdboden, in Gesteinsspalten oder hohlen Bäumen. Doch wertvolle Nisthabitate wie Sandwege, Steinhaufen, Kies- und Lehmgruben, alte Hecken oder Totholz verschwinden immer häufiger. Durch die zunehmende Versiegelung von Flächen (z. B. infolge Wohnungs- oder Straßenbau) finden Wildbienen heute immer weniger gut geeignete Nistplätze. Da Wildbienen im Unterschied zu der domestizierten Art, den Honigbienen sich bei ihrer Suche nach Pollen auf bestimmte Blühpflanzen spezialisiert haben, sind sie darauf angewiesen das diese Pollenquellen auch zur Verfügung stehen. Die industrielle Landwirtschaft mit hohem Flächenverbrauch und Monokulturen hat in Deutschland zu einem beunruhigenden Rückgang an Blühpflanzen geführt. Das Nahrungsangebot für Wildbienen schrumpft, sie finden immer weniger geeignete Nahrungspflanzen. Beide Faktoren haben dazu geführt, dass die Wildbienen in Deutschland als akut gefährdet gelten. Doch nicht nur die Wildbienenarten sind rückläufig, es geht auch um die Honigbiene, die mittlerweile vielerorts zu wenig Nektar als Nahrungsquelle findet.

Stirbt die Biene, stirbt der Mensch!

Über die letzten Jahrzehnte ist die Zahl der durch Imker betreuten Bienenpopulationen in Europa und den USA dramatisch gesunken. Das Phänomen ist seit 2006 bekannt. Zuletzt starben in Deutschland im Winter 2020/2021 nach Auskunft des Deutschen Imkerbund zwischen 12 und 15 Prozent aller Bienenvölker. In den letzten Jahren kam es im Winter in Deutschland, aber auch in anderen Ländern zu einem periodisch auftretenden, massenhaftem Sterben von ganzen Bienenvölkern. Die Bienen verschwanden plötzlich, wobei die Brut im Stock verblieb. Die Ursachen für das Massensterben sind noch nicht eindeutig geklärt. Experten führen das mysteriöse Sterben der Honigbienen in Deutschland überwiegend auf die Varroamilbe (Varroa destructor) zurück. Die Milben befallen die Brut, wachsen zusammen mit der Biene auf, sind aber nicht stationär an diese gebunden, sondern verbreiten sich schnell innerhalb des Stocks bzw. werden auch zu anderen Völkern weiter transportiert. Nach neuesten Erkenntnissen gilt die vor rund 60 Jahren aus Asien eingeschleppte Varroamilbe inzwischen als eine der größten Bedrohungen für europäische Honigbienen. Der aktuelle Bienenschwund, insbesondere das Sterben der Wildbienen wird nach neuesten Erkenntnissen auf eine Kombination aus verschiedenen Faktoren und Umwelteinflüssen zurückgeführt. Nicht nur die Einschleppung von Krankheitserregern, sondern auch der erhöhte Einsatz von Pestiziden, Umweltgiften sowie die zunehmende Zerstörung von Lebensraum und damit ihrer Nahrungsgrundlagen machen den Bienen zu schaffen. Wenn das Bienensterben im bisherigen Maß weitergeht und es nicht gelingt die Ursachen dafür zu beseitigen, hat dies nach Ansicht von Forschern fatale Folgen für die Natur und die Menschheit. Bienen bestäuben rund 80 Prozent unserer Nutz- und Wildpflanzen. Diese immense Bestäubungsleistung ist ein gigantischer Wirtschaftsfaktor. Fällt sie weg, sind weltweite Ernteausfälle die Folge. Forscher haben berechnet, dass die damit verbundene Mangelernährung von Menschen über eine Million zusätzliche Todesfälle pro Jahr bewirken könnte.

Wie kann man das Bienensterben verhindern?

Den Bienen zu helfen ist eigentlich Ganz einfach. In den meisten Großstädten sind bisher noch Wildbienenarten zu finden – daher ergibt es Sinn, hier mit dem Wildbienenschutz zu beginnen. Einige Wildbienenarten ernähren sich ausschließlich von Pollen und Nektar einer Pflanzenart. Ist diese nicht vorhanden, bleibt die Wildbiene weg. Um sie anzulocken, müssen nur die richtigen Blühpflanzen ausgesät werden. Die städtischen Parkanlagen, alten Friedhöfe, bepflanzten Balkonen und Verkehrsinseln sowie Alleen und Hausgärten bieten zahlreiche Möglichkeiten, um geeignete Nahrungsquellen für Wildbienen zu schaffen. Von Vorteil sind auch die höheren Temperaturen in Städten, was dazu führt, dass die wärmeliebenden Blütenbestäuber in den Städten schon früher im Jahr unterwegs sind als ihre Artgenossinnen auf dem Land. Zudem leben Bienen in Städten gesünder, denn die Umweltbelastung durch Pestizide ist geringer. Wilde Bienen produzieren zwar keinen Honig, dafür bestäuben sie Blumen und Blüten, die Honigbienen gerne verschmähen. Um Wildbienen anzusiedeln, genügt es im eigenen Garten, Vorgarten oder der Terrasse von April bis Oktober für eine möglichst hohe Blütenvielfalt zu sorgen, indem heimische und bienenfreundliche Pflanzen ausgesät werden. Gut geeignet sind z. B. Flockenblume, Astern, Sonnenblumen, Glockenblumen, Lavendel, Margeriten oder Winterheide. Am besten ist eine Mischung aus früh, mittel und spät blühenden Arten, da die Bienen dann das ganze Jahr über genügend Nahrungsquellen finden. Auch Balkone lassen sich bienenfreundlich bepflanzen. Ein mit Blühpflanzen bestückter Blumenkasten ist schon ein guter Anfang.

Weitere erfolgreiche Maßnahmen, um das Überleben der Bienen zu unterstützen, sind:

Nisthilfen für Bienen, z. B. Bienenhotels aufstellen

Bienentränken aufstellen

Auf chemische Pflanzenschutzmittel verzichten

Regionalen Honig aus ökologischer Bienenhaltung kaufen

Als Imker ein eigenes Bienenvolk pflegen

Wer sich als Imker versuchen möchte, oder einfach nur den Bienen helfen will, findet wertvolle Tipps und Informationen im Artikel „Wie man mit Imkern im eigenen Garten starten kann„.

Patenschaft für ein Bienenvolk oder Bienenland

Wer keinen eigenen Garten oder Balkon hat, kann trotzdem etwas für die Rettung der Bienen tun. Eine praktische Idee, die immer mehr Freunde findet, ist die Übernahme von Patenschaften. Den Bienen helfen, indem sie selbst Pate für ein Ganzes Bienenvolk oder Bienenland werden! Gegen eine Spende übernehmen sie symbolisch die Patenschaft und unterstützen damit aktiv und nachhaltig die Arbeit von Landwirten, Imkern oder Vereinen, die sich für den Bienenschutz einsetzen.

Anbieter für Patenschaften für Bienenvölker

Patenschaften für Bienenvölker gibt es bei den folgenden Anbietern…

Anbieter für Patenschaften für Bienenland

Der Pate für ein Ganzes Bienenland könnt ihr bei den folgenden Anbietern werden…

Bekannteste Bienenarten und Ihre Verbreitung

Weltweit gibt es etwa 20.000 Bienenarten. Allein in Deutschland sind davon über 550 Wildbienenarten, die wilden Verwandten der Honigbiene heimisch. Die häufigste Vertreterin der Familie der Echten Bienen (Apidae), ist die westliche Honigbiene (Apoidea Apinae). Ihr Verbreitungsgebiet liegt in Europa, Afrika und Vorderasien. Sie ist in unseren Breiten einziger wild lebender Honiglieferant und mit ihr begann die klassische Imkerei durch den Menschen. Dann gibt es die östliche Honigbiene (Apoidea Apidae), die in Nepal, Indien, Sri Lanka, Südostasien und Japan heimisch ist. Die Glanzbienen (Apoidea Dufourea) leben in Europa, Asien und in Amerika . Die Blattschneider- und Mörtelbienen (Apoidea Megachile) sind weltweit verbreitet, allein in Deutschland leben 23 Arten. Die Ackerhummel (Apoidea Bombus) ist in ganz Europa vertreten. Die Maskenbienen (Apoidea Hylaeus) sind weltweit, mit Schwerpunkt Europa vertreten. 37 Arten davon in Deutschland. Die Kraftbienen (Apoidea Biastes) sind in Europa, Asien und Nordafrika heimisch, drei Arten davon im deutschsprachigen Raum. Und schließlich die Mauerbienen (Apoidea Megachilidae) die weltweit und speziell in Deutschland verbreitet sind.