Wie entsteht Honig?

Oft wird mir auf Weihnachtsmärkten oder bei anderen Gelegenheiten die Frage gestellt, wie Honig entsteht bzw. wie Honig produziert wird. Aus diesem Grund widmete ich mich in diesem Artikel dieser Thematik. Grundsätzlich fliegen Bienen Pflanzen an und sammeln eine kohlenhydrathaltige Flüssigkeit. Diese ist entweder Nektar oder Honigtau. Sammeln die Bienen Nektar, welcher sich in den Blüten der Pflanze befindet, dann handelt es sich um Blütenhonig. Dabei kann es sich um Blüten von Bäumen, Sträuchern oder auch Blumen handeln. Bei den Honigsorten von Honigplus handelt es sich nur um verschiedene Sorten Blütenhonig. Der Honig entsteht also aus dem Nektar von Blüten, beispielsweise aus dem Nektar der gelben Rapsblüten. Honigtau entsteht, wenn Blattläuse Blätter bzw. Tannennadeln anstechen und den Saft aus den Blättern bzw. Nadeln saugen. Läuse sind nur an den Eiweißen (Proteinen) interessiert, weshalb sie den in den Blättern enthaltenen Zucker wieder ausscheiden. Diese Ausscheidungen werden von den Bienen aufgesammelt und zu sogenanntem „Waldhonig“ bzw. „Tannenhonig“ weiterverarbeitet.
Wie entsteht aus dem Nektar der Honig?
Wenn die Biene den Nektar bzw. den Honigtau eingesammelt hat, fliegt sie zurück zum Bienenvolk. Je näher die Entfernung zum Bienenvolk, desto besser, da die Biene ansonsten mehr Energie verbraucht, welche sie durch den Verzehr von Nektar bekommt. Je weiter die Biene zum Sammeln des Nektars fliegen muss, desto weniger kommt beim Volk an. Innerhalb eines Volkes werden die Bienen nach ihrer Aufgabe unterschieden. Die Biene, die draußen Honig sammelt, heißt Sammelbiene. Wenn die Sammelbiene an ihrem Volk ankommt, wird sie bereits von anderen Bienen ihres Volkes erwartet. Die Sammelbiene entleert nun ihren Nektar-Magen und die Volksbiene nimmt den Honig in ihren Nektar-Magen auf. Dieser Prozess wird noch mehrmals im Volk wiederholt. Dadurch senkt sich der Wassergehalt des Nektars von ca. 80 Prozent auf etwa 40 Prozent. Zusätzlich werden dem Nektar im Rahmen dieses Prozesses wertvolle Enzyme hinzugefügt. Am Ende dieses Prozesses entleert eine Biene diesen Nektarsirup in eine leere Wabenzelle. Nun handelt es sich bereits um flüssigen Honig, welcher jedoch immer noch zu viel Flüssigkeit enthält. Wann der Honig reif ist und geerntet werden kann, verrate ich im nächsten Abschnitt.
Wann wird der Honig geerntet?
Im Bienenstock ist es dauerhaft 39° Celsius warm. Dadurch wird dem Nektarsirup noch weiter Flüssigkeit entzogen, sodass der Wassergehalt auf ca. 18 Prozent sinkt. Wenn der Honig diesen Wassergehalt erreicht hat, verdeckeln die Bienen die Wabenzelle mit einer feinen Wachsschicht. Der Imker weiß so, dass der Honig reif ist. Wenn die Mehrheit der Zellen einer Wabe verdeckelt sind, kann der Imker den Honig ernten. Hierfür fegt der Imker die Bienen von der Wabe. Im Schleuderraum entfernt der Imker die Wachsdeckel auf der Wabe mit einer speziellen „Entdeckelungsgabel” (siehe Foto). Die entdeckelte Honigwabe wird daraufhin in eine Zentrifuge, eine sogenannte Honigschleuder gestellt. Durch die Zentrifugalkraft fliegt der Honig aus der Wabe und fließt aufgrund der Erdanziehungskraft nach unten.
Falls jemand Dir die Frage stellt: Wie entsteht Honig, weißt du nun eine Antwort darauf. Wie der Honig ins Glas kommt, erfährst Du im nächsten Beitrag auf Honigplus.de


