Rezepte

Glasierte Maronen: herzhafte Beilage mit Kastanienhonig

Geröstete, eingeritzte Maroni auf Backpapier

Glasierte Maronen sind die Beilage, die ein Festessen nach Winter schmecken lässt. Sie glänzen, schmecken nussig-süß und sind in einer Viertelstunde fertig – vor allem, wenn du vorgegarte, geschälte Maroni aus dem Vakuumbeutel nimmst. Anders als unsere Maroni mit Akazienhonig, die als Nachtisch mit Rum abgelöscht werden, ist dieses Rezept eine herzhafte Beilage: Butter, etwas Brühe, Thymian, Salz und Pfeffer – und ein Honig, der der Süße etwas entgegensetzt.

Welcher Honig zum Glasieren?

Wir nehmen Kastanienhonig. Er stammt von den Blüten der Edelkastanie, also von demselben Baum, der im Herbst die Maroni trägt. Kastanienhonig ist dunkel, kräftig und hat einen leicht bitteren Abgang. Genau das macht ihn hier stark: Die Maroni sind selbst schon süß, eine reine Zuckerglasur würde sie schnell klebrig-süß machen. Die Herbe des Honigs hält dagegen und passt zu Wild und Geflügel.

Praktisch ist außerdem, dass Kastanienhonig lange flüssig bleibt. Er verteilt sich in der Pfanne gleichmäßig, statt zu verklumpen. Wer es milder mag, nimmt Akazienhonig – der bleibt ebenfalls flüssig, schmeckt aber zurückhaltender. Fester, cremiger Honig funktioniert auch, er braucht nur einen Moment länger, bis er in der Brühe geschmolzen ist.

Eine Auswahl verschiedener Sorten findest du unter Kastanienhonig.

Achtung: nur Edelkastanien

Maroni sind die Früchte der Edelkastanie. Die Kastanien, die im Herbst in Parks und an Alleen liegen, sind meist Rosskastanien – und die sind nicht essbar. Sie lassen sich gut unterscheiden:

  • Edelkastanie (Maroni): Die Frucht hat eine kleine Spitze mit feinen Härchen und ist oft an einer Seite abgeflacht. Am breiten Ende sitzt eine helle, matte Ansatzfläche, die den Boden der Frucht bildet. Die Fruchthülle ist dicht mit langen, dünnen Stacheln besetzt wie ein Igel. Die Blätter sind lang, schmal und am Rand gesägt.
  • Rosskastanie: Die Frucht ist rundum gewölbt, hat keine Spitze, glänzt stark und trägt seitlich einen großen, runden hellen Fleck. Die Hülle hat nur wenige, kurze und dicke Stacheln. Die Blätter sind handförmig gefingert.

Wer Maroni im Supermarkt oder auf dem Markt kauft, ist auf der sicheren Seite.

Frische Maroni vorbereiten

Vorgegarte Maroni aus dem Vakuumbeutel sind sofort einsatzbereit. Frische Maroni müssen erst gegart und geschält werden – das dauert etwa 40 Minuten zusätzlich, schmeckt aber intensiver. Für das Rezept brauchst du rund 550 g frische Maroni, denn ein Teil des Gewichts geht mit der Schale verloren.

  1. Aussortieren: Die Maroni in eine Schüssel mit Wasser geben. Früchte, die oben schwimmen, sind oft hohl oder wurmstichig und fliegen raus. Ebenso alle mit kleinen Löchern oder schimmeligen Stellen.
  2. Einritzen: Jede Marone an der gewölbten Seite mit einem kleinen, spitzen Messer kreuzweise einschneiden, nur durch die Schale, nicht tief in die Frucht. Ohne den Schnitt können die Maroni beim Garen platzen.
  3. Garen, entweder
    • im Ofen: auf einem Blech bei 200 °C (Ober-/Unterhitze) etwa 20 Minuten rösten, bis sich die Schale an den Schnitten aufbiegt. Eine ofenfeste Schale mit Wasser auf den Boden des Ofens stellen, damit die Maroni nicht austrocknen.
    • im Topf: in kochendem Wasser etwa 20 Minuten köcheln lassen.
  4. Warm schälen: Die Maroni in ein Küchentuch wickeln und portionsweise schälen, solange sie noch warm sind – abgekühlt sitzen Schale und Haut deutlich fester. Dabei auch die dünne braune Innenhaut abziehen, sie schmeckt bitter. Klebt sie fest, die Maroni kurz in heißes Wasser legen.

Danach geht es mit dem Rezept weiter. Selbst gegarte Maroni sind oft etwas fester als die aus dem Beutel; dann im Schritt „Glasieren“ einen Schuss Brühe mehr nehmen und ein, zwei Minuten länger köcheln lassen.

Rezept

Glasierte Maronen mit Kastanienhonig

Vorgegarte Maroni in Butter angeröstet und mit Kastanienhonig, Brühe und Thymian glasiert – die herzhafte Beilage für Wild, Gans und das Weihnachtsessen.

  • Vorbereitung5 Min.
  • Zubereitung12 Min.
  • Gesamt17 Min.
  • Ergibt4 Portionen

Zutaten

für
Portionen

Zubereitung

Tipps

  • Die Hitze nicht zu hoch stellen: Honig brennt schnell an und wird dann bitter – beim ohnehin herben Kastanienhonig fällt das besonders auf.
  • Für eine mildere Glasur Akazienhonig statt Kastanienhonig nehmen.
  • Mit frischen Maroni: vorher garen und schälen, wie im Abschnitt „Frische Maroni vorbereiten“ beschrieben.

Variante: Rosenkohl mit glasierten Maronen

Rosenkohl und Maroni sind ein Winterklassiker, und die Honigglasur verbindet beide. Dafür 400 g Rosenkohl putzen, halbieren und in Salzwasser etwa 5 Minuten vorgaren, sodass er noch Biss hat. Gut abtropfen lassen und im Schritt „Maroni anrösten“ mit in die Pfanne geben. Die Glasur reicht für beides; wer es etwas saftiger mag, nimmt einen Schuss mehr Brühe.

Wozu passen glasierte Maronen?

  • Wild: Rehrücken, Hirschbraten oder Wildschweinkeule – die herbe Honignote passt zu dunklen Saucen.
  • Geflügel: Gänse- und Entenbraten, klassisch zum Weihnachtsessen.
  • Vegetarisch: zusammen mit Rotkohl und Knödeln, oder über Ofenkürbis gegeben.
  • Schweinebraten: etwa zu unserem Schweinebraten mit Honigkruste.

Glasierte Maronen lassen sich gut vorbereiten: Frische Maroni können am Vortag gegart und geschält werden, glasiert wird erst kurz vor dem Servieren – sonst werden sie weich.


Bildnachweis: Titelbild von Paréj Richárd, Edelkastanie von Sebastien Rosset, Rosskastanie von Haneen Alqatanani, alle auf Unsplash.

Weiterlesen

Rezepte

Maroni mit Akazienhonig

Maroni mit Akazienhonig: ein winterliches Nachtisch-Rezept mit glänzenden Esskastanien und mildem Honig – einfach zubereitet und aromatisch.

Rezepte

Schweinebraten mit Honigkruste

Schweinebraten mit Honigkruste: ein einfaches Rezept, das mit natürlichem Sommerblütenhonig eine besonders aromatische Kruste bekommt. So gelingt es.