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Honig zum Frühstück: Wie gesund ist er wirklich?

Honig zum Frühstück

Honig zum Frühstück ist mehr als eine süße Gewohnheit: Er liefert schnell verfügbare Energie und bringt Vitamine wie B2, B6 und C sowie antibakteriell wirkende Inhibine mit. Ganz ohne Einschränkung gilt das aber nicht — entscheidend ist, wie der Honig behandelt wurde und wie viel davon auf dem Brot landet.

Frühstück mit Honig als morgendlicher Genuss

Ist Honig zum Frühstück gesünder als Zucker?

Die ehrliche Antwort lautet: ein bisschen — aber nicht so viel, wie oft behauptet wird. Honig besteht zu rund 80 Prozent aus Zucker, überwiegend aus Glukose und Fruktose. Er ist damit kein „gesundes” Lebensmittel im Sinne von beliebig, sondern ein Süßungsmittel mit Zusatznutzen.

Dieser Zusatznutzen ist real, aber klein: Die enthaltenen Vitamine, Enzyme und Blütenpollenbestandteile kommen in Mengen vor, die den Tagesbedarf nicht decken. Der eigentliche Vorteil gegenüber Haushaltszucker liegt im Geschmack — Honig schmeckt intensiver, weshalb oft weniger davon nötig ist.

Wer den direkten Vergleich sucht, findet ihn im Beitrag Honig statt Zucker sowie im Vergleich der Süßungsmittel Xylit, Stevia und Honig.

Honig darf weder erhitzt noch gefiltert sein

Nicht jeder Honig bringt die genannten Inhaltsstoffe überhaupt noch mit. Nur Honig, der weder stark erhitzt noch industriell gefiltert wurde, enthält sie in nennenswertem Umfang.

Der Grund ist einfach: Wird Honig über etwa 40 °C erwärmt, zerfallen die enthaltenen Vitamine, und die aus Enzymen entstehenden Inhibin-Verbindungen verlieren ihre Wirkung — unwiderruflich. Wurde der Honig zuvor industriell gefiltert, fehlen ihm zusätzlich die Blütenpollenbestandteile, in denen ein Großteil dieser Stoffe steckt.

Für das Frühstück heißt das zweierlei: zu einem naturbelassenen Honig greifen — und ihn nicht in den heißen Tee oder auf den dampfenden Porridge geben, sondern erst, wenn Getränk oder Mahlzeit auf Trinktemperatur abgekühlt sind. Mehr dazu steht im Beitrag kaltgeschleuderter Honig.

Welche Honigsorte passt zu welchem Morgen?

Honig ist nicht gleich Honig. Die Sorten unterscheiden sich in Geschmack, Farbe und vor allem im Verhältnis von Glukose zu Fruktose — und genau daraus ergibt sich, wie schnell die Energie im Körper ankommt.

Akazienhonig — mild, flüssig, langsam

Akazienhonig im Glas Der Akazienhonig (botanisch korrekt: Robinienhonig) hat einen sehr geringen Glukosegehalt und bleibt deshalb als einziger heimischer Honig etwa ein Jahr lang flüssig. Das macht ihn zum unkomplizierten Begleiter fürs Müsli oder den Naturjoghurt, weil er sich ohne Rühren verteilt.

Weil sein Fruchtzuckeranteil überwiegt, braucht der Körper länger, um daraus Energie zu gewinnen. Für einen langen Vormittag ohne Zwischenmahlzeit ist er damit die passendere Wahl. Ausführlich beschrieben ist er im Beitrag zum Akazienhonig.

Rapshonig — hell, cremig, schnell

Rapshonig im Glas Der milde Rapshonig enthält besonders viel Glukose und wird dadurch schon nach wenigen Wochen fest und cremig. Diese Glukose steht dem Körper schnell zur Verfügung — ein Brötchen mit Rapshonig eignet sich also für Morgen, an denen es direkt losgeht.

Sein sehr milder Geschmack macht ihn außerdem zum Klassiker bei Kindern. Dass er fest wird, hat übrigens nichts mit Verderb zu tun: Warum weißer Honig völlig normal ist, steht in einem eigenen Beitrag.

Sommerblütenhonig — kräftig, aromatisch, ausdauernd

Sommerblütenhonig im Glas Der aromatische Sommerblütenhonig enthält besonders viel Fruktose. Fruktose hat zwar dieselbe Summenformel wie Glukose (C₆H₁₂O₆), ist aber anders aufgebaut — der Körper muss sie erst mithilfe von Enzymen umbauen. Das dauert, und deshalb hält die Energie aus Sommerblütenhonig länger an als die aus Rapshonig.

Ein Vollkornbrot mit Sommerblütenhonig ist damit eine gute Grundlage vor einer Wanderung oder Fahrradtour. Sein intensives Aroma stammt aus der Vielfalt der Sommerblüten.

Wie viel Honig ist zum Frühstück sinnvoll?

Ein gestrichener Teelöffel entspricht etwa 7 Gramm Honig und damit rund 5,5 Gramm Zucker. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt, freie Zucker auf etwa 10 Prozent der täglichen Energiezufuhr zu begrenzen — bei 2.000 Kilokalorien sind das rund 50 Gramm für den gesamten Tag, aus allen Quellen zusammen.

Ein bis zwei Teelöffel Honig zum Frühstück liegen damit gut im Rahmen. Wer allerdings Diabetes hat, sollte Honig nicht als harmlose Alternative betrachten — warum das so ist, steht im Beitrag Honig bei Diabetes.